Alexandra Lotz - Arbeiten


Alexandra Lotz - Curriculum Vitae

*1974 in Berlin
1996-1999 Studium an der FU Berlin, Kunstgeschichte / Neuere Geschichte
1999-2003 Studium an der UdK Berlin, Bildende Kunst: Bildhauerei und Grafik bei Prof. Schoenholtz
2001-2002 Tutorin der Radierwerkstatt der UdK, bei P. Pollert
2002-2003 Tutorin der Steinwerkstatt der UdK, bei Y. Hashimoto
2003 Absolventin der Bildhauerei und Grafik an der UdK
2003-2005 Meisterschülerin an der UdK bei Prof. Schoenholtz
ab 2005 freischaffende Bildhauerin und Grafikerin
ab 2007 Mitglied im BBK
ab 2008 Dozentin an der kunstschule rostock

lebt und arbeitet in Dargun, Mecklenburg-Vorpommern

Ausstellungen und Wettbewerbe

2002 Teilnahme am Wettbewerb zur Gestaltung zweier Brückenfiguren für den Schlosspark Steinhöfel
2003 Ausstellung im Schloss Steinhöfel
Ausstellung im Kunsthaus »Parkstraße 42« Berlin
Teilnahme an Grafikausstellung im »Haus am Kleistpark« Berlin
2004 Ausstellung der Klasse Schoenholtz in der koreanischen Botschaft Berlin
2005 Meisterschülerpreis des Präsidenten der UdK Berlin
2006 Ausstellung in der Galerie des Max-Planck-Institutes, Greifswald
Ausstellung in der Hochschule für Musik und Theater, Rostock
Ausstellung im Kultusministerium, Schwerin
Ausstellung in der Galerie Schulz, Berlin
2007 Teilnahme an Ausstellung »Der hat Farbmuffel zu mir gesagt« im Schleswig- Holstein Haus, Schwerin
2008 Teilnahme am 1. mecklenburgischen Kunstsalon, Lelkendorf

Zum künstlerischen Werk

Ich beschäftige mich mit dem Thema Klang.
Inhaltlicher Schwerpunkt meiner Arbeiten, ist der Versuch, Klänge sichtbar zu machen – dem spezifischen Ton eine ambivalente grafische und plastische Entsprechung zu geben.
Endet ein Konzert, so ist diese Erscheinung für mich recht deutlich erfahrbar, die Musik klingt nach, hohe Blechblasinstrumente durchbrechen den Raum sehr schnell, während der weiche Ton einer Oboe sich sehr langsam ausdehnt und viel später beim Zuhörer ankommt.
Meine Herangehensweise zur Motivfindung ist von diesen Gedanken bestimmt- die Instrumente klingen unverwechselbar, ich stelle mir deren Aussehen ihrem Klangbild entsprechend vor und möchte den flüchtigen Eindruck, den ein Klang bei mir hinterlässt, festhalten.

Es interessiert mich nicht, Instrumente in meinen Arbeiten realistisch abzubilden, vielmehr ist meine Frage: wie kann ein Instrument aussehen, was solch einen Ton erzeugt?
Es entstehen Skulpturen mit fließenden, blasenförmigen Formen, die für mich eine Entsprechung eines Oboenklanges darstellen.
Einzelne Details der Tonerzeugung wie Stürzen oder Mundstücke werden separiert, ihre Formen werden meinem subjektiven Klangbild angepasst und dann neu zusammengesetzt, dabei entstehen Skulpturen die nur noch entfernt an ein Instrument erinnern.
Arbeite ich grafisch, experimentiere ich mit mehreren formatgleichen Platten in die verschiedene Motive geätzt sind. Durch das Übereinanderdrucken übersetze ich das harmonische/ disharmonischen Zusammenspiel und das Ineinandergreifen von Klängen und musikalischen Themen.
Das eindeutig erkennbare Bildmotiv durchläuft eine Entwicklung.
Jede Überlagerung bringt mehr Auflösung der Eindeutigkeit und eine Verdichtung mit sich.
Linien, Flächen und Farben überschneiden sich, es entstehen Systeme, die ähnlich einem kompositorischen Gefüge nach Regeln und Codes funktionieren.

Der Einsatz von bestimmten Farben symbolisiert für mich eine subjektiv empfundene Klangfarbe.
Auch hier entsteht durch Mehrfachdruck nicht nur ein autonomes Zusammenspiel mehrerer Farben, in den Überschneidungen entstehen völlig neue Farbtöne und damit einhergehend auch neue Ausdrucksformen.
Die Auseinandersetzung mit den Bildmotiven der einzelnen Platten und den verwendeten Farben ist sehr spielerisch.
Es geht mir um die Übersetzung eines klanglichen Ausdrucks, der erst durch das Experimentieren mit vielen unterschiedlichen Motiven/Farben erreicht wird.
Bei jedem Druckvorgang werden Farben verändert, die Reihenfolge und die Auswahl der zu druckenden Platten ausgewählt, bis sich der erwünschte Ausdruck einstellt.
Es ist deshalb für mich nicht wichtig Auflagen zu drucken, jede meiner Radierung ist entweder in Form oder Farbe ein Unikat.
Zum Thema „Klangkörper“ existieren zur Zeit über 150 unterschiedliche Radierungen.